Wenn man Kinder sieht, die beispielsweise auf einer Slackline balancieren, kommt es immer wieder vor, dass ein Kind dabei ist, dass sich einen Spaß daraus macht, ein anderes aus der Balance zu bringen. Wenn die Grundstimmung zwischen den Kindern gut ist, mag das auch mal in Ordnung sein, meistens aber ist es ärgerlich.
Das menschliche Leben ähnelt in mancherlei Hinsicht einem Balanceakt. Schon im Alten Testament lässt sich wahrnehmen, wie Überheblichkeit und Hoffnungslosigkeit sich immer wieder abwechseln. Propheten rufen die Menschen zur Umkehr – und sie meinen, es nicht nötig zu haben und es besser zu wissen. Und wenn dann ein Unglück geschehen ist, ist auch die letzte Hoffnung vergangen. Dabei wäre es dran gewesen, achtsam auf Gott und seinen Willen zu hören, und ebenso hätten sie allen Grund gehabt, auch in der Not noch auf Gott zu hoffen und ihm zu vertrauen.
In den neutestamentlichen Schriften lässt sich dann Ähnliches entdecken. Der Apostel Paulus etwa hat es ständig damit zu tun, die Gemeinden auf Kurs zu halten. Da meinen die einen, die christliche Freiheit würde ihnen alles erlauben: Bordellbesuche, Lieblosigkeit – alles von der christlichen Freiheit gedeckt. Und die anderen sitzen da und meinen, Christsein würde vor allem bedeuten, sich brav an alle Regeln zu halten und Gott zu beweisen, dass man auch ja alles richtig macht. Paulus macht deutlich: Der Weg führt jenseits dieser Extreme entlang.
Offensichtlich ist es gar nicht so einfach, die Balance zu halten und – im Bild gesprochen – auf der Slackline zu bleiben. Warum? – Weil – wieder im Bild gesprochen – auch wir es mit jemandem zu tun haben, der versucht, uns aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Bibel kennt für das Phänomen viele Worte. Eins davon ist der oder das »Böse«. Es ist gut, dass wir regelmäßig im Vaterunser um Befreiung von diesem Bösen beten, weil er/es unser Leben ins Ungleichgewicht bringt.
Ein großer Trost bleibt uns aber in alledem: Am Ende kommt es nicht darauf an, dass wir uns auf der Slackline unseres Lebens halten können, sondern darauf, mit wem wir im Leben unterwegs sind. Wenn Jesus Christus an unserer Seite ist, mögen wir zwar immer wieder einmal aus der Balance geraten – aber niemand wird uns davon abhalten können, am Ende unseres Lebens zum Ziel zu gelangen.
Jesus Christus lehrt uns beten: »erlöse uns von dem Bösen« (Matthäus 6,13, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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