»Von klein auf« ist eine Redensart, wenn es darum geht zu beschreiben, dass jemand etwas immer schon gemacht hat, ihm oder ihr diese Tätigkeit in Fleisch und Blut übergegangen ist und sich diese Person gar nicht mehr anders denken lässt, als dass sie das tut. Von klein auf hat sie Fußball gespielt, heißt es dann in der Vorberichterstattung eines Fußballspiels, in der die Kapitänin vorgestellt wird. Oder: Von klein auf ist er Ski gefahren – wenn ein Biathlet, Abfahrtsfahrer oder Langläufer portraitiert wird.
Weihnachten ist Gottes Fest des »Von klein auf«. Es wäre ja auch anders denkbar gewesen: Dass Gott sich irgendwann einen erwachsenen Menschen adoptiert hätte, der dann irgendwie seine Mission ausgefüllt hatte. Gott aber verfährt anders: Er wird »von klein auf« Mensch. Gott ist das Menschsein in Fleisch und Blut übergegangen. Gott lässt sich nach Weihnachten nicht mehr anders denken, als dass er auch Mensch ist.
Und so hat er all das, was uns umtreibt, wie es uns geht und was uns schwer auf dem Herzen liegt, »von klein auf« kennen gelernt. Das hat er im Blick. Das ist ihm nicht egal. Sondern weil wir ihm am Herzen liegen, ist er auch in all dem bei uns und für uns da, was uns umtreibt: In dem, was uns das Herz vor Glück fast zerspringen lässt, und in dem, was bleischwer auf unserer Seele liegt.
Gott ist beim Menschsein kein Späteinsteiger, der sich in höherem Alter das Menschsein noch mehr schlecht als recht angeeignet hat, sondern er hat es von klein auf gelernt: als Kind in der Krippe.
»Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.« (Lukas 2,12, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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