Wieder einmal ist es ein Lied von Max Prosa, das bei mir einen Gedanken angestoßen hat:
Dabei ist es weniger der Satz »Engel, die zählen, die fliegen nicht mehr«, der sich mir (noch?) nicht erschließt, sondern vor allem dieser hier: »Der wichtigste Mensch ist der, vor dem du stehst.« Er erinnert mich an das Gespräch Jesu mit einem seiner Zeitgenossen, bei dem es um das Thema »Nächstenliebe« geht. Jesu Gesprächspartner will sich letztlich mit einer theoretischen Auseinandersetzung zum Phänomen »Mitmensch« / »Nächster« aus der Affäre ziehen: »Wer ist denn mein Nächster?« (Lukas 10,29).
Jesus erzählt daraufhin das Gleichnis vom »Barmherzigen Samariter« (Lukas 10,30–46). Und in und mit diesem Gleichnis wird deutlich: Mein Mitmensch, mein Nächster, ist nicht jemand, der zu einer bestimmten Gruppe gehört, sodass ich sagen könnte: Das ist mein Nächster oder das ist nicht mein Mitmensch. Sondern zum Nächsten, zum Mitmensch wird jemand durch unsere Begegnung. Und mit Max Prosa ließe sich dann sagen: »Der wichtigste Mensch ist der, vor dem du stehst.« Und das ganz unabhängig davon, wo er herkommt, ob du ihn magst oder nicht, ob er deine Werte teilt oder nicht. Und hier bin ich dann eben auch herausgefordert zu helfen, da zu sein für den oder die andere, mich nicht zu verschließen, sondern Liebe und Barmherzigkeit zu zeigen.
Jesus sprach zu seinem Gegenüber: »Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!« (Lukas 10,36f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
Entdecke mehr von Team Gott
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
