Der Film »Der Polarexpress« ist sicherlich kein besonders christlicher Film. Sondern er erzählt eine Weihnachtsgeschichte, die für Menschen unterschiedlicher Prägung und verschiedensten Herkommens anschlussfähig ist. Und trotzdem nimmt er etwas von dem auf, was zu Weihnachten geschehen ist. Diesen Film gäbe es nicht ohne diese Nacht damals in Bethlehem – auch wenn der Film darauf nicht direkt Bezug nimmt.
Spannend finde ich, wie in diesem Film auch das Motiv des »Glaubens« vorkommt. Wie der christliche Glaube lässt sich auch hier der Glaube an Weihnachten im Letzten eben nicht beweisen oder greifen. Selbst das Glöckchen des Weihnachtsmanns, das der kleine Junge als Andenken an seine Reise erhält, ist ja nicht eindeutig. Seine Eltern halten es für »kaputt«. Und auch seine Schwester wird später den Klang des Glöckchens nicht mehr hören können.
Ja, so ist das mit dem Glauben. Er lässt sich nicht fassen, nicht beweisen. Ich kann ihn nicht besitzen wie ein Paar Schuhe oder einen Computer. Und vielleicht geht es mir selbst auch immer wieder so, dass ich mich frage: Ist das echt oder war bzw. ist das alles nur ein Traum?
Vielleicht lässt sich mit dem »Polarexpress« tatsächlich Glauben lernen (auch wenn der Glaube letztlich nicht lernbar ist, sondern ein Geschenk bleibt) – und zwar in der Weise, dass ich ahne, dass es mehr gibt als das Hier und Jetzt und ich Wunderbares verpassen könnte, wenn ich das als Möglichkeit aus dem Blick verlieren würde.
In der christlichen Kirche haben wir kleine Gaben wie Wasser oder Brot und Wein, Berührungen und Worte, die auf den ersten Blick nicht viel mehr zu sein scheinen als das Glöckchen im Film. Und doch ist all das jeweils viel mehr: kleine Stückchen, die herüberreichen aus einer anderen Welt in unseren Alltag und unseren Glauben wecken und stärken.
»Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.« (Hebräer 11,1, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).
Christoph Barnbrock
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