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		<title>Lebenswelten</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Immer wieder einmal stoße ich darauf, wie sich unsere Gesellschaft in unterschiedliche Lebenswelten aufteilt, innerhalb derer Menschen weitgehend unter sich bleiben und die zu anderen Lebenswelten wenig Bezug haben. Bei mir selbst ist es die Lebenswelt eines Akademikerehepaars, das derzeit wirtschaftlich gut abgesichert ist, mit Interesse an verschiedenen Stilrichtungen an Musik und Literatur. Dazu mit [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder einmal stoße ich darauf, wie sich unsere Gesellschaft in unterschiedliche Lebenswelten aufteilt, innerhalb derer Menschen weitgehend unter sich bleiben und die zu anderen Lebenswelten wenig Bezug haben. Bei mir selbst ist es die Lebenswelt eines Akademikerehepaars, das derzeit wirtschaftlich gut abgesichert ist, mit Interesse an verschiedenen Stilrichtungen an Musik und Literatur. Dazu mit einer starken Bindung an eine spezifische kirchliche »Bubble«.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich noch Gemeindepfarrer war, hat es mich immer überrascht, dass ich bei Gemeindebesuchen auch immer mal in Haushalte kam, in denen es nur eine Handvoll Bücher gab. Während meine/unsere Regale immer schon vor Büchern überquollen, war hier viel Platz. Bücher hatten hier keinen oder kaum einen Stellenwert. Eine ganz andere Art zu leben und das Leben zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wenn ich mit anderen rede, die im Bereich sozialer Arbeit beruflich engagiert sind, dann merke ich, dass es Lebenswelten gibt, deren Probleme ich tatsächlich nur vom Hörensagen kenne und von denen ich mir kaum vorstellen kann, wie es sein muss, damit Tag für Tag umgehen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der einen Seite macht mich das demütig und lässt mich selbstkritisch fragen: Mache ich eigentlich aus den Möglichkeiten, die mir in meiner privilegierten Situation ergeben, genug? Wie könnte ich auch für Menschen da sein, die in ihren Lebenswelten Unterstützung brauchen? Und grenze ich in den Tätigkeitsbereichen, in denen ich mich bewege, vielleicht auch (unbewusst) Menschen aus, indem ich insgeheim Interessen, Fähigkeiten und finanzielle Möglichkeiten voraussetze, die mir zwar selbstverständlich sind, für andere aber nicht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kirche war zumindest zu Beginn eine Größe, innerhalb derer es gelungen ist, Menschen aus unterschiedlichen »Lebenswelten« zusammenzuführen: Sklavenbesitzer und Sklaven, Menschen, die als Juden groß geworden waren und solche, die als Heiden aufgewachsen waren. Und trotzdem prallten schon damals diese »Lebenswelten« immer wieder auch konfliktiv aufeinander &#8211; etwa beim Abendessen und den Abendmahlsfeiern in Korinth, bei denen die Privilegierten sich bereits zu opulenten Mahlzeiten zusammenfanden, bevor die Diener und Sklaven von ihrer Arbeit kamen und dann zur Abendmahlsfeier dazustießen. Paulus macht deutlich: So soll es nicht sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Denn ein jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, und der eine ist hungrig, der andere ist betrunken. Habt ihr denn nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich euch nicht.«</strong> (1. Korinther 11,21f., Lutherbibel 2017, © Lutherbibel 2017)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gut ist es, wenn es in unseren Gemeinden gelingt, dass Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten mit ihren jeweiligen Gaben und Begrenztheiten, mit ihren verschiedenen Lebensstilen und Vorlieben ihren Platz finden. Und wie notwendig, sich um Änderung zu bemühen, wenn dies nicht der Fall ist!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Spannungen</title>
		<link>https://team-gott.de/august-2026/spannungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[August 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Kürzlich las ich von einer Untersuchung eines christlichen Meinungsforschungsinstituts in den USA, nach der christlich engagierte Jugendliche in sich mehr Spannungen wahrnehmen als ihre Altersgenossinnen und -genossen. Dabei gerät auch die Frage in den Blick, ob und wie das denn mit dem »Friede[n] Gottes, der höher ist als alle Vernunft,« (Philipper 4,7, Lutherbibel 2017, © [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich las ich von einer <a href="https://www.barna.com/research/faith-activated-teens-tension/">Untersuchung</a> eines christlichen Meinungsforschungsinstituts in den USA, nach der christlich engagierte Jugendliche in sich mehr Spannungen wahrnehmen als ihre Altersgenossinnen und -genossen. Dabei gerät auch die Frage in den Blick, ob und wie das denn mit dem <strong>»Friede[n] Gottes, der höher ist als alle Vernunft,«</strong> (Philipper 4,7, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft) zusammenpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht also um die Beobachtung, dass knapp die Hälfte der befragten Teenager Spannungen wahrnimmt zwischen ihrem Glauben und dem, was ihre Freunde und ihr kulturelles Umfeld von ihnen erwarten. Das heißt: Glauben führt immer wieder raus aus der Komfortzone, auch in Situationen, die mich zum Nicht-Mitmachen und zum manchmal auch schmerzhaften Bekennen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gilt, auch wenn ich einem allzu grob gezeichneten Bild von Christen und »Welt« skeptisch gegenüberstehe: Als wäre auf der einen Seite irgendwo die »böse Welt« und als wären auf der anderen Seite die guten, angefochtenen Christen. Vielmehr leben wir Christinnen und Christen in der Gesellschaft, sind Teil von ihr, gestalten sie mit, profitieren von manchem Guten, was sie uns bietet. Und trotzdem gibt es immer wieder eben auch die Fälle, wo der Glaube und Mehrheitsüberzeugungen in der Gesellschaft nicht so einfach zu vereinbaren sind. Das ist immer schon so gewesen &#8211; und das ist auch heute noch so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spannung, die die Meinungsforscher hier beschreiben, hat etwas zu tun mit einem an Gottes Wort ausgebildeten Gewissen und der Frage: Kann ich es mit meinem Gewissen vereinbaren, dieses oder jenes zu tun, hier oder da einfach so mitzumachen? Es ist gut, wenn junge Menschen &#8211; aber auch Menschen anderer Altersstufen &#8211; in dieser Weise gewissenhaft leben. Und es ist eine wichtige Aufgabe, dass wir uns untereinander darin bestärken, auf unser Gewissen zu hören &#8211; und das, ohne überheblich auf andere herabzusehen oder uns in den  Kulturkämpfen unserer Zeit zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bei allen inneren (und manchmal auch äußerlichen) Spannungen, die sich daraus ergeben, erfahren Menschen dann doch immer wieder, dass Gott tatsächlich Frieden und auch innerliche Ruhe schenkt &#8211; nicht als einen Frieden, der uns herausnimmt aus den Spannungen unserer Zeit, sondern der sich mitten in ihnen erweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Paulus sagt: <strong>»Darin übe ich mich, allezeit ein unverletztes Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen.«</strong> (Apostelgeschichte 24,16).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Weg versperrt</title>
		<link>https://team-gott.de/august-2026/weg-versperrt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Kürzlich machten wir bei einer Bergwanderung eine eindrückliche Erfahrung. Nach einer Biegung tat sich vor uns der nächste Wegabschnitt auf: Ein Weg &#8211; und auf der einen Seite der nach oben aufragende Berg, auf der anderen Seite ein steil abfallender Abhang. Und dazwischen der Weg &#8211; unser Weg. Und auf diesem Weg Kühe, die sich [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kürzlich machten wir bei einer Bergwanderung eine eindrückliche Erfahrung. Nach einer Biegung tat sich vor uns der nächste Wegabschnitt auf: Ein Weg &#8211; und auf der einen Seite der nach oben aufragende Berg, auf der anderen Seite ein steil abfallender Abhang. Und dazwischen der Weg &#8211; unser Weg. Und auf diesem Weg Kühe, die sich von unseren Passierwünschen nur wenig beeindrucken ließen und das auch durch die Lautstärke ihrer Unmutsäußerungen und ihre Körpersprache zum Ausdruck brachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg &#8211; versperrt. Manchmal ist das so im Leben. Und meistens sind es nicht Kühe oder sonst irgendwelche Tiere, die das Weitergehen erschweren oder sogar verunmöglichen. Aber was es im Einzelnen auch sein mag: Im Normalfall fühlt sich das nicht besonders angenehm an. Oft haben wir uns ja gerade diesen Weg ausgesucht &#8211; und jetzt soll es hier nicht mehr weitergehen? Frustrierend!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Geschichte meiner Familie gehört die Anekdote, dass sich mein Vater und meine Mutter wahrscheinlich nie kennengelernt hätten, wenn mein Vater an einer bestimmten Stelle seines Lebensweges nicht einen unfreiwilligen Umweg hätte gehen müssen. Dass ich lebe und es mich gibt, hat also in gewisser Weise mit einem an dieser einen Stelle »versperrten Weg« zu tun. Und ich bin froh und dankbar, dass damals alles so gekommen ist &#8211; auch wenn sich die Situation für meinen Vater damals wahrscheinlich zunächst frustrierend angefühlt haben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisweilen handelt der Heilige Geist eben auch so, dass er sich uns in den Weg stellt oder uns jemanden oder etwas so auf den Weg positioniert, dass wir noch einmal eine andere Route wählen müssen &#8211; zu unserem eigenen Guten oder zum Nutzen anderer. Damals zum Beispiel, als Paulus gerade Timotheus als Mitarbeiter gewonnen hatte und sie zunächst frustrierende Erfahrungen machen mussten: <strong>»Sie zogen aber durch Phrygien und das Land Galatien, da ihnen vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort zu predigen in der Provinz Asia.« </strong>(Apostelgeschichte 16,6, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende führten aber gerade diese Wegblockaden dazu, dass das Evangelium in Teilen der Welt gepredigt werden konnte, die bis dahin noch nicht erreicht worden waren. Wie gut!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Urlaubswegblockade durch die Kühe haben wir dann übrigens durch kleinere und größere Umwege umgehen können. Ob auch hier der Heilige Geist im Spiel war? &#8211; Ich habe es jedenfalls nicht erkennen können. Aber ganz ausschließen sollte man&#8217;s nicht, nimmt Gott doch bisweilen auch Tiere in seinen Dienst, um Menschen auf den richtigen Weg zu führen (vgl. 4. Mose 22), aber das wäre eine andere Geschichte.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Am Fluss</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Neulich erzählte mir jemand, dass er sich an den Hitzetagen der letzten Wochen morgens mit Studienfreundinnen am Fluss der Stadt getroffen habe: »Schwimmen, Reden, Beten«. Was für ein schöner Start in den Tag! Für mich kommen darin tatsächlich drei wesentliche Elemente des Lebens zusammen. Die Erfrischung für den Körper, der es in diesen Tagen nicht [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Neulich erzählte mir jemand, dass er sich an den Hitzetagen der letzten Wochen morgens mit Studienfreundinnen am Fluss der Stadt getroffen habe: »Schwimmen, Reden, Beten«. Was für ein schöner Start in den Tag!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich kommen darin tatsächlich drei wesentliche Elemente des Lebens zusammen. Die Erfrischung für den Körper, der es in diesen Tagen nicht ganz leicht hatte, das Miteinander mit anderen Menschen, Hören und Gehörtwerden, Gemeinschaft erleben &#8211; und das Gespräch mit Gott. Hier ist vieles beieinander von dem, wie Gott unser Leben gemeint hat. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei erinnert mich diese Szene an eine biblische Erzählung, als der Apostel Paulus nach Philippi kommt: <strong>»Am Sabbattag gingen wir hinaus vor das Stadttor an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen.«</strong> (Apostelgeschichte 16,13, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beweggründe, sich am Fluss zu treffen, dürften hier weniger mit dem Bedürfnis nach Erfrischung zu tun gehabt haben als mit Möglichkeiten der Reinigung. Aber geredet wurde hier ganz offensichtlich auch &#8211; wahrscheinlich schon, bevor Paulus kam, aber auch mit ihm. Und ein Ort des Gebets war es auch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist es eine Versammlung, die nach damaligen Maßstäben eher kümmerlich war. Für einen Sabbatgottesdienst waren zehn Männer notwendig &#8211; die waren hier ganz offensichtlich nicht zu finden. Wieder einmal waren es die Frauen &#8211; wie so oft in der Religionsgeschichte &#8211; , die das religiöse Erbe weitertrugen und beteten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber gerade aus dieser kleinen Versammlung am Fluss entsteht dann die christliche Gemeinde in Philippi. Und aus dem Philipperbrief können wir schließen, dass es eine Gemeinde war, die, nach menschlichem Ermessen, besonders lebendig war und Paulus in vielerlei Weise in seiner Arbeit unterstützt hat (und unterstützen durfte).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal sind es eben die kleinen Momente, aus denen Gott Segensreiches und Großes entstehen lässt: Am Fluss zum Beispiel, da, wo geredet und gebetet wird.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Freu dich nicht &#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[An unserer Badezimmertür im Erdgeschoss hängen allerlei Postkarten mit unterhaltsamen Sprüchen, die ich entweder auf irgendeiner Reise mal entdeckt habe oder die wir von anderen geschenkt bekommen haben. Eine Zeit lang war das ein großes Ding, aber irgendwann war die Tür vollgeklebt &#8211; vielleicht doch ein hinreichendes Signal, sich jetzt mal anderem zuzuwenden. Einer der [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">An unserer Badezimmertür im Erdgeschoss hängen allerlei Postkarten mit unterhaltsamen Sprüchen, die ich entweder auf irgendeiner Reise mal entdeckt habe oder die wir von anderen geschenkt bekommen haben. Eine Zeit lang war das ein großes Ding, aber irgendwann war die Tür vollgeklebt &#8211; vielleicht doch ein hinreichendes Signal, sich jetzt mal anderem zuzuwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der markanten Sprüche von diesen Karten lautet: »Freu dich nicht zu spät!«. Dabei nimmt er offensichtlich die Redewendung »Freu dich nicht zu früh!« auf, die davor warnt, sich etwa bei einem Spiel zu früh als Sieger zu wähnen, um dann am Ende festzustellen, dass jemand anderes noch an einem vorbeizieht. Deswegen: »Freu dich nicht zu früh!«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wird »Freu dich nicht zu früh!« allerdings zur verinnerlichten Lebenseinstellung, kann es das ganze Leben blockieren. Wann immer es Grund zum Jubeln und zur Begeisterung gibt, sagt die Stimme im Hinterkopf: »Freu dich nicht zu früh!«. Wer weiß, was noch kommt. Wie gewonnen, so zerronnen. Lieber erst gar nicht freuen, dann muss man sich nachher auch nicht ärgern. So aber kann einem glatt die Lebensfreude überhaupt verloren gehen, weil man ja nie weiß, ob man sich bei diesem oder jenem Anlass zur Freude zu früh freut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem versucht die Postkarte nun also mit ihrem »Freu dich nicht zu spät!« entgegenzusteuern, mit der Erinnerung daran, dass ich ja vielleicht auch Lebensfreude verpasse, wenn ich immer meine, ich müsste sie unterdrücken, weil ja womöglich noch irgendetwas passiert, was die Freude als ungerechtfertigt entlarvt. Und vielleicht ist es tatsächlich eine ganz gesunde Lebenseinstellung, sich lieber einmal zu oft als einmal zu wenig zu freuen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Apostel Paulus hat ebenfalls Sprüche geschrieben &#8211; nicht auf Postkarten, sondern auf Papyrus. An die Gemeinde in Philippi formulierte er dabei nicht: »Freu dich nicht zu früh!«, allerdings auch nicht: »Freu dich nicht zu spät!«, sondern noch anders: <strong>»Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!«</strong> (Philipper 4,4, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Apostel steht nicht auf der Freudenbremse, sondern ruft zur Freude auf &#8211; allewege, also: immer. Dass man sich zu früh freuen könnte, kommt ihm gar nicht in den Sinn, weil der Grund zur Freude Jesus Christus ist. An ihm kann man sich gar nicht zu früh freuen. Mit ihm und wegen ihm und durch ihn gibt es immer einen Grund zur Freude, selbst »in allem Leide«, weil seine Liebe und sein Ostersieg feststehen. So ist es ausgeschlossen, dass jemand um die Ecke kommt und uns sagt: »Ätschi, zu früh gefreut!«. Ganz im Gegenteil &#8211; Paulus wiederholt es sogar noch einmal: <strong>»und abermals sage ich: Freuet euch!«.</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Glauben aus dem Hören</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Fußball-Weltmeisterschaft kann man in diesen Tagen auf ganz verschiedenen Kanälen wahrnehmen: auf verschiedenen Fernsehsendern, über Berichterstattung oder Clips im Internet oder &#8230; indem man genau hinhört. So ging es mir beim letzten Deutschlandspiel. Ich war von einer längeren Zugfahrt zurückgekommen, hatte auf der letzten Strecke in der S-Bahn sogar den Beginn des Spiels angeschaut. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Fußball-Weltmeisterschaft kann man in diesen Tagen auf ganz verschiedenen Kanälen wahrnehmen: auf verschiedenen Fernsehsendern, über Berichterstattung oder Clips im Internet oder &#8230; indem man genau hinhört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ging es mir beim letzten Deutschlandspiel. Ich war von einer längeren Zugfahrt zurückgekommen, hatte auf der letzten Strecke in der S-Bahn sogar den Beginn des Spiels angeschaut. Dann aber zu Hause war es doch schöner, mit meiner Frau auf der Terrasse zu sitzen, zu reden, das etwas kühlere Wetter und die Glühwürmchen zu genießen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wesentliche des Fußballspiels habe ich trotzdem nicht verpasst, weil die Uh- und Ah-Rufe aus der Nachbarschaft mich doch erreichten, nicht zuletzt auch begeisterte Jubelrufe, wenn ein Tor gefallen war. Fußballhören statt Fußballschauen eben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Christ geht es mir am Ende ja nicht anders. Jesus Christus habe ich zu seinen Erdentagen nicht gesehen, nicht erlebt, habe die Wunder nicht anschauen dürfen, aber ich habe davon gehört. Menschen waren außer sich vor Freude, haben gejubelt, haben weitererzählt, was sie erlebt haben. Und irgendwann haben sie oder andere es dann auch aufgeschrieben, damit ich all das &#8211; kleines Bounus-Feature &#8211; nicht nur hören, sondern sogar lesen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das nächste Deutschlandspiel gucke ich mir wahrscheinlich wieder an. Gucken ist dann schon auch auch schön &#8211; und irgendwie auch das »richtige« Erlebnis. Beim Glauben ist es tatsächlich anders: Da ist das »Hören« das, woran der Glaube sich festmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Apostel Paulus schreibt: <strong>»So kommt der Glaube aus der Predigt [eigentlich ›Hören‹, CB], das Predigen [= Hören] aber durch das Wort Christi.«</strong> (Römer 10,17, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Fest und flexibel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bei einem Spaziergang durch den Wald in der Nachbarschaft fiel mir bei den aufgeschichteten Stapeln gefällter Bäume in besonderer Weise der rote Kern und das ihn jeweils umgebende hellere Holz auf. Hätte ich besser im Biologieunterricht aufgepasst, hätte ich mich im Nachgang nicht im Internet informieren müssen, dass es sich bei dem roten Holz in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Spaziergang durch den Wald in der Nachbarschaft fiel mir bei den aufgeschichteten Stapeln gefällter Bäume in besonderer Weise der rote Kern und das ihn jeweils umgebende hellere Holz auf. Hätte ich besser im Biologieunterricht aufgepasst, hätte ich mich im Nachgang nicht im Internet informieren müssen, dass es sich bei dem roten Holz in der Mitte um das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kernholz">Kernholz</a> handelt und bei dem, was dieses heller umschließt, um das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Splintholz">Splintholz</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine wesentliche Funktion des Kernholzes ist es, dem Baumstamm Stabilität zu verleihen. Aber ein Baum, der nur aus Kernholz besteht, könnte nicht leben, weil Wasser und Nährstoffe im Splintholz geleitet werden. Dieses ist zwar weniger stabil, aber eben nicht weniger wichtig &#8211; ganz im Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es gibt, so habe ich gelernt, durchaus Bäume ohne Kernholzbildung wie etwa die Birke. Allerdings weiß ich aus eigener Anschauung in unserem Garten, dass die Birken auch einigermaßen wackelige Gesellen sind und eben nicht die Stabilität mitbringen wie andere Bäume. Und als Bauholz kann Birkenholz deswegen auch nicht verwendet werden. Es ist nicht tragfähig und beständig genug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbindung von Kernholz und Splintholz in einem Baumstamm hat mich wieder einmal über das Leben in christlichen Gemeinden nachdenken lassen. Auch da braucht es ja Unterschiedliches nebeneinander: Das, was über die Jahre und Jahrhunderte gewachsen ist und Halt und Stabilität gibt, und auf der anderen Seite das, was mit dem Leben hier und jetzt zu tun hat. Kernholz und Splintholz eben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas ähnliches entdecke ich, wenn der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth schreibt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Denn die Predigt von Christus ist unter euch kräftig geworden, sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. Der wird euch auch fest machen bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus.«</strong> (1. Korinther 1,6–8, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der einen Seite steht die Lebendigkeit, die Vielfalt der Gaben, die ein situationsangemessenes Handeln im Hier und Jetzt ermöglicht und die dem Apostel mit Blick auf die Gemeinde in Korinth manchmal schon etwas zu ausgeprägt war. Und auf der anderen Seite ist da die Festigkeit, das Festhalten an Jesus Christus, ohne das eine Gemeinde und ein Christenleben keinen Bestand hat. Und in alledem die Versicherung, dass wir uns weder die unterschiedlichen Gaben noch die Festigkeit geben oder erhalten können. Sondern beides entsteht durch die Predigt von Christus.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Wechselseitiges Lernen</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/wechselseitiges-lernen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Fitness]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Gegenüber der Einfahrt des Hochschulgeländes, auf dem ich lebe und arbeite, befindet sich ein Spielplatz. Dieser wird &#8211; fast häufiger als von Kindern &#8211; von Erwachsenengruppen genutzt, die dort ein Sport- und Fitnessprogramm absolvieren. Dabei fallen die Zeiten dieser Sporttreffen häufig zusammen mit den Hochschulandachten, die wir in der Kirche auf dem benachbarten Grundstück feiern. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber der Einfahrt des Hochschulgeländes, auf dem ich lebe und arbeite, befindet sich ein Spielplatz. Dieser wird &#8211; fast häufiger als von Kindern &#8211; von Erwachsenengruppen genutzt, die dort ein Sport- und Fitnessprogramm absolvieren. Dabei fallen die Zeiten dieser Sporttreffen häufig zusammen mit den Hochschulandachten, die wir in der Kirche auf dem benachbarten Grundstück feiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich »Andachtswoche« habe und für die Hochschulgottesdienste zuständig bin, komme ich, mit Collarhemd und meinem Talar über dem Arm, an diesem Spielplatz und den sportlich Aktiven vorbei. Und es stellt sich &#8211; so ist jedenfalls mein Eindruck &#8211; ein wechselseitiges Befremden ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich schaue rüber zu den Sporttreibenden, bewundere sie ein wenig für ihre Konsequenz, auch bei Kälte, Wind und Wetter zusammenzukommen, und muss mir doch auch eingestehen, dass mir das irgendwie fremd bleibt. Und andersherum meine ich auch ein interessiertes Unverständnis mir gegenüber wahrzunehmen, was das denn für ein komischer Vogel ist &#8211; nicht nur, dass ich offensichtlich überhaupt ein Vertreter von »Kirche« bin, sondern auch, dass wir sogar an Wochentagen Gottesdienste feiern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht wäre es gar nicht so verkehrt, wenn wir uns jeweils wechselseitig vom anderen eine Scheibe abschneiden würden. Mir täte es sicherlich gut, an das Thema Sport mit etwas mehr Konsequenz dranzugehen, auch wenn mir diese Welt regelmäßiger sportlicher Betätigung eher fremd ist. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sportangebote könnten ganz gewiss in der ihnen (wahrscheinlich) fremden Welt des christlichen Glaubens etwas entdecken, was sie neben ihrer körperlichen Gesundheit auch seelisch gesund hält: nämlich den Glauben, das Vertrauen auf Jesus Christus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und am Ende sind Sportangebote und das Glaubensleben eben auch gar nicht so unterschiedlich, wie es scheinen mag. Der Apostel Paulus schreibt jedenfalls mit Blick auf das Leben der Gemeinde in Korinth: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Wisst ihr nicht: Die im Stadion laufen, die laufen alle, aber nur einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt.«</strong> (1. Korinther 9,26, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Der Brief der Korinther</title>
		<link>https://team-gott.de/april-2026/der-brief-der-korinther/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[April 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich las ich ein Buch zum Thema »Einsamkeit«. Die Autorin spielt darin mit der Zusammengehörigkeit der Größen »Liebe« und »Einsamkeit« und kommt in Sachen »Liebe« auch auf die berühmte Stelle im 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther zu sprechen: »Sie [die Liebe] erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.« (1. Korinther 13,7, Lutherbibel [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Neulich las ich ein <a href="https://www.droschl.com/buch/gedankenspiele-ueber-die-einsamkeit/">Buch</a> zum Thema »Einsamkeit«. Die Autorin spielt darin mit der Zusammengehörigkeit der Größen »Liebe« und »Einsamkeit« und kommt in Sachen »Liebe« auch auf die berühmte Stelle im 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther zu sprechen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Sie [die Liebe] erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.«</strong> (1. Korinther 13,7, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun findet sich in der dazugehörigen Literaturangabe ein Stellennachweis, der einigermaßen unpräzise ist, vor allem aber angibt, dieses Zitat sei »dem ersten Brief der Korinther« (Anm. 4) entnommen. Irgendetwas zwischen bildungsbürgerlichem Hochmut und theologischer Arroganz brachte mich zunächst einmal dazu, an dieser Stelle ganz gehörig die Nase zu rümpfen. Das müsse man denn dann ja vielleicht doch wissen, dass der 1. Korintherbrief nicht von den Korinthern verfasst ist, sondern vom Apostel Paulus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber während ich noch so fröhlich am Naserümpfen war, schlichen sich auch andere Überlegungen ein. Erst einmal die, dass es nicht hilfreich ist, mich bei einem Fehler anderer gleich über sie zu erheben. Wie viele kleinere und manchmal auch etwas größere Fehler finden sich in meinen eigenen Veröffentlichungen &#8211; und ich bin dankbar, wenn der Mantel des Schweigens darüber gelegt wird. Mit der Liebe, wie Paulus sie beschreibt, hatte mein Verhalten jedenfalls nichts zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann brachte mich diese Formulierung, die mir zunächst fremd war, doch ins Nachdenken. Irgendwie stimmt es ja, dass dieser Brief der Brief »der Korinther« war. Sie hatten ihn bekommen. Sie haben ihn, unbeschadet der Abschriften, die sie wohl angefertigt haben, vielleicht auch aufbewahrt. Er gehörte ihnen, war an sie gerichtet. Für sie hatte sich der Apostel die Mühe und Arbeit des Briefeschreibens gemacht. Und wäre die Christengemeinde in Korinth nicht so gewesen, wie sie gewesen ist (keineswegs eine Vorzeigegemeinde), dann hätten wir heute auch diesen Brief nicht. Irgendwie sind sie neben dem Schreiber Paulus eben doch auch Mitursache des Briefs &#8211; und ja, auch so gesehen ist es dann tatsächlich »ihr« Brief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Naserümpfen wurde jedenfalls wieder ein neues Staunen darüber, wie Gottes Kommunikation mit uns Menschen funktioniert. Es ist eben keine Einbahnstraße, auf der einer dem anderen etwas sagt &#8211; und gut ist. Sondern es ist ein lebendiges Kommunikationsgeschehen. Fragen und Probleme werden aufgenommen und in einem Brief beantwortet. Menschen reagieren wiederum auf den Brief, verstehen ihn in dieser oder jener Weise, nehmen sich das eine zu Herzen und überlesen das andere. Ja, alle haben sie an dieser Kommunikation teil und prägen sie. Und wenn ich heute diese Worte von der ertragenden, glaubenden, hoffenden und duldenden Liebe lese und sie mich daran erinnert, dass ich besser doch nicht so hochnäsig sein sollte, nur weil jemand anderes einen (vermeintlichen) Fehler macht, dann wird dieser Brief irgendwie auch zu meinem Brief. </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Weniger ist mehr</title>
		<link>https://team-gott.de/maerz-2026/weniger-ist-mehr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[März 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Auswahlparadox]]></category>
		<category><![CDATA[Beschränkung]]></category>
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					<description><![CDATA[»Weniger ist mehr« ist so eine Lebensweisheit älterer Menschen, die bei Jüngeren bisweilen dazu führt, dass sie die Augen verdrehen. Und in vielen Bereichen klappt es auch nicht. Weniger Taschengeld ist nicht plötzlich mehr Taschengeld. Oder weniger Urlaub ist auch nicht plötzlich mehr Erholung. Und gleichzeitig ist da was dran. Unter dem Stichwort »Auswahlparadox« wird [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">»Weniger ist mehr« ist so eine Lebensweisheit älterer Menschen, die bei Jüngeren bisweilen dazu führt, dass sie die Augen verdrehen. Und in vielen Bereichen klappt es auch nicht. Weniger Taschengeld ist nicht plötzlich mehr Taschengeld. Oder weniger Urlaub ist auch nicht plötzlich mehr Erholung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und gleichzeitig ist da was dran. Unter dem Stichwort »<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Auswahlparadox">Auswahlparadox</a>« wird das Phänomen beschrieben, dass, je größer die Auswahl an einem Produkt ist, umso weniger gekauft wird. Die Auswahl macht die Kaufentscheidung nicht leichter und die Zufriedenheit also gerade nicht größer, sondern erschwert das Zugreifen und sorgt auch nicht unbedingt für größere Glücksgefühle, denn ich komme womöglich ins Zweifeln: »Vielleicht hätte ich statt der Erdbeermarmelade von X doch die von Y nehmen sollen oder doch die von Z&#8230;?«</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Welt, in der die Logik der Werbung ist, dass immer mehr Konsum uns am Ende glücklich(er) macht, ist die Erinnerung an das »Weniger ist mehr« von daher durchaus heilsam. Statt noch mehr und noch mehr und noch mehr anzuschaffen, könnte es lohnen, das wertzuschätzen, was wir haben. »Weniger ist mehr« Statt zu meinen, dieses und jenes und das auch noch erleben und mitnehmen zu müssen, könnte Konzentration auf ein Ereignis ein Schatz sein. So kann ich es überhaupt erst richtig wahrnehmen, weil ich in Gedanken nicht gleich schon beim nächsten Event bin. »Weniger ist mehr«. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass auch im Leben vor Gott immer wieder das »Weniger ist mehr« gilt, macht auch der Apostel Paulus regelmäßig deutlich, etwa, wenn er schreibt: <strong>»Lasst uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen [&#8230;].«</strong> (Römer 13,13, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft). Hier steht ja nicht in Frage, dass wir jeden Tag Essen und Trinken nötig haben. Aber das »immer noch mehr und noch mehr«, das Verlieren jedes Maßes, das tut uns weder körperlich noch geistlich gut. Wir werden wohl nicht glücklicher werden, wenn wir immer mehr haben. Aber wir werden es gut haben, wenn wir im »Weniger« oder im »Mehr« den bei uns haben, der uns schenkt, was wir zum Leben brauchen, unseren Vater im Himmel.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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