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	<title>November 2026 &#8211; Team Gott</title>
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		<title>Zerrissenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[November 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gefühl, das mich schon lange durch mein Leben begleitet, ist das der Zerrissenheit. Es ist eine Emotion, die sich immer wieder eingestellt hat, wenn ich den Eindruck hatte, nirgendwo so richtig dazugehören. Zu der einen Gruppe nicht, zu der anderen aber auch nicht. Oder in beide ein wenig, aber eben nirgendwo so richtig. Wir [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein Gefühl, das mich schon lange durch mein Leben begleitet, ist das der Zerrissenheit. Es ist eine Emotion, die sich immer wieder eingestellt hat, wenn ich den Eindruck hatte, nirgendwo so richtig dazugehören. Zu der einen Gruppe nicht, zu der anderen aber auch nicht. Oder in beide ein wenig, aber eben nirgendwo so richtig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir reden manchmal davon, dass Gruppen zerrissen sind: ein Land etwa, in dem Bürgerkrieg tobt, oder eine Familie, in der sich die Familienmitglieder aus dem Weg gehen. Wenn wir so von Zerrissenheit sprechen, dann haben wir vor Augen, dass die Risse zwischen Menschen oder Teilgruppen verlaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ich erlebe es so, dass es eben auch eine Zerrissenheit gibt, die durch mich selbst hindurchgeht. Manchmal formulieren wir es auch: »Ich bin hin- und hergerissen«. Und damit ist ja nicht notwendigerweise bloß eine gewisse Entscheidungsschwäche gemeint, dass ich nicht weiß, ob ich mir nun dieses oder jenes Paar Turnschuhe kaufen soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern solche innerliche Zerrissenheit kann auch entstehen aus Mitgefühl mit unterschiedlichen Gruppen, aus der Erkenntnis, dass es manchmal nicht so einfach ist, wie ein anderer es mich glauben lässt. »Ja, ich kann dir zustimmen«, möchte ich dann sagen, »aber etwas anderes ist auch noch zu bedenken.« Zerrissenheit kann entsprechend gerade da entstehen, wo Kompromisse keine Option sind oder nicht zugelassen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisweilen habe ich das Gefühl, an so etwas wie »chronifizierter Zerrissenheit« zu leiden und frage mich, ob es dafür eigentlich auch Auswege und Heilung gibt. Ich weiß es nicht &#8211; vielleicht ist es auch ein Phänomen unserer Zeit und eine persönliche Eigenart, etwas, womit ich zu leben lernen muss. Was es aber gibt, sind Gebete, die Phänomene der Zerrissenheit in Sprache fassen und sich auch dazu eignen, das Gefühl innerer Zerrissenheit vor Gott zu bringen &#8211; dieses hier zum Beispiel, aus dem ich mir Worte leihen kann:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast und zornig warst, tröste uns wieder; der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, heile ihre Risse; denn sie wankt.«</strong> (Psalm 60,3f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Der Blick der anderen</title>
		<link>https://team-gott.de/november-2026/der-blick-der-anderen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[November 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Sonntag habe ich mir die Zeit genommen, mir die Sonderausstellung »Maria Magdalena« im Städel Museum in Frankfurt anzuschauen. Das war gut investierte Zeit, da die Ausstellung an sich differenzierter ist, als es das auf manchen vielleicht etwas reißerisch wirkende Plakat vermuten lässt. Erkennbar wurde in dieser Ausstellung, wie facettenreich diese Frau aus dem nächsten [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntag habe ich mir die Zeit genommen, mir die Sonderausstellung »<a href="https://www.staedelmuseum.de/de/maria-magdalena">Maria Magdalena</a>« im Städel Museum in Frankfurt anzuschauen. Das war gut investierte Zeit, da die Ausstellung an sich differenzierter ist, als es das auf manchen vielleicht etwas reißerisch wirkende Plakat vermuten lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erkennbar wurde in dieser Ausstellung, wie facettenreich diese Frau aus dem nächsten Umfeld Jesu in der Kunstgeschichte wahrgenommen wurde. Dabei vermischte sich Biblisches mit Legendärem. Und die biblischen Texte, die explizit von Maria Magdalena sprechen, wurden zudem kombiniert mit Texten von namenlosen Frauen, die dann mit Maria identifiziert wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bewegen sich die &#8211; zumeist von Männern angefertigten &#8211; Bilder von Maria irgendwo zwischen der Darstellung einer sinnlich-verführerischen Frau und einer Person, die alles ›Sündliche‹ hinter sich gelassen hat. Weiterhin reicht der Spannungsbogen von der Wiedergabe einer selbstbewussten Frau bis zu einer, die sich im Glauben ganz aufgegeben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich gestern in der Ausstellung gefragt, was Maria selbst wohl zu diesen ganzen Bildern gesagt hätte. Vielleicht würde es ihr ja gehen wie vielen von uns, die sich auf Bildern nicht gerne ansehen, weil sie immer auch etwas Fremdes haben. Wahrscheinlich hätte sie an der einen oder anderen Stelle auch den Kopf geschüttelt und sich gewundert, wie ein Künstler auf die waghalsige Idee gekommen ist, sie nun gerade so zu malen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend bin ich ganz froh, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich selbst zum Kunstobjekt werde, doch ziemlich klein ist. Und doch machen sich natürlich auch von mir andere ein Bild &#8211; wenn auch nicht mit Pinsel und Farbe. Und manchmal ist dieses vielleicht genauso einseitig wie die eine oder andere Darstellung der Maria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In solchen Momenten bin ich immer wieder froh, dass Gott mich sieht, wie ich wirklich bin. Dieses Wissen ist nicht nur schön, weil er damit ja auch auf das blickt, was nicht gut an und in mir ist. Und doch ist es allemal besser, als wenn Menschen ein verzerrtes Bild von mir bewundern. Denn in Jesus Christus ist Gottes Blick auf mich ein liebevoller Blick auf mich &#8211; mit allen und trotz aller Facetten meines Lebens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.«</strong> (Markus 16,9, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>8.30 Uhr</title>
		<link>https://team-gott.de/november-2026/8-30-uhr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[November 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern Morgen bin ich mit meiner Frau früh nach Frankfurt gefahren. Sie hatte Dienst, und ich habe mir die Zeit genommen, in aller Ruhe durch die Stadt am Main entlang zum Gottesdienst zu gehen. Es war wunderbares Herbstwetter &#8211; und ich mag Gewässer, die einer Stadt, wie ich finde, immer noch einmal einen ganz besonderen [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Gestern Morgen bin ich mit meiner Frau früh nach Frankfurt gefahren. Sie hatte Dienst, und ich habe mir die Zeit genommen, in aller Ruhe durch die Stadt am Main entlang zum Gottesdienst zu gehen. Es war wunderbares Herbstwetter &#8211; und ich mag Gewässer, die einer Stadt, wie ich finde, immer noch einmal einen ganz besonderen Charakter verleihen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ging ich gestern also meiner Wege, als mich ein Mann auf Englisch ansprach und fragte, wie spät es denn sei. Ich antwortete wahrheitsgemäß »8.30 Uhr«. Diese Information ließ er auf sich wirken, guckte mich noch einmal an und fragte, ob er auf meine Armbanduhr schauen dürfe. Auch diesen Gefallen tat ich ihm. Er guckte also auf das Zifferblatt, dann hellte sich sein Gesicht auf, und er sagte (wieder auf Englisch): »Ah, 8.30 Uhr am Morgen!« Und dann verabschiedete er sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wenig musste ich über diesen Zeitgenossen, der mir im Kontakt gar nicht sonderlich verwirrt oder vernebelt vorkam, schmunzeln. Auf die Idee, dass es 20.30 Uhr am Abend sein könnte, wäre ich an diesem wunderbaren Herbstmorgen nicht gekommen. Aber für meinen Gesprächspartner schien das nicht so offensichtlich zu sein. Ob die Nacht erst noch kommt oder der neue Tag bereits begonnen hat, das war für ihn unübersichtlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gottesdienst, den ich dann besuchte, predigte der Pfarrer über Psalm 46. Da heißt es an einer Stelle:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Gott ist bei ihr [= seiner Stadt, CB] drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen.«</strong> (Psalm 46,6, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich dachte: Vielleicht bin ich in Glaubensdingen manchmal genauso wenig orientiert wie mein Gesprächspartner, den ich am Main getroffen hatte. Dass ich nicht weiß, ob die Nacht noch vor mir liegt oder ich mitten drin stecke. Oder ob der Morgen, an dem Gott seine Hilfe zugesagt hat, schon längt angebrochen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie gut, dann zu hören: »Es ist 8.30 Uhr &#8211; morgens! Und Gott hilft früh am Morgen!«</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Alle Heiligen</title>
		<link>https://team-gott.de/november-2026/alle-heiligen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Nov 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[November 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute ist der »Allerheiligen«-Tag, der für evangelische Christinnen und Christen eine andere Bedeutung hat als für ihre römisch-katholische. Zum »Heiligen« erklärt wird man in der römisch-katholischen Kirche ja nach einem aufwändigen Verfahren. Das prägt auch im landläufigen Sinn unser Verständnis von »Heiligen«: Herausgehobene Menschen, die besonders heilig, besonders voller Gottvertrauen, besonders standfest im Glauben waren. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Heute ist der »Allerheiligen«-Tag, der für evangelische Christinnen und Christen eine andere Bedeutung hat als für ihre römisch-katholische. Zum »Heiligen« erklärt wird man in der römisch-katholischen Kirche ja nach einem aufwändigen Verfahren. Das prägt auch im landläufigen Sinn unser Verständnis von »Heiligen«: Herausgehobene Menschen, die besonders heilig, besonders voller Gottvertrauen, besonders standfest im Glauben waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kann mich noch an den Augen-Öffner-Moment aus meiner Kindheit erinnern, als mir irgendjemand erzählte, dass ich nach lutherischem Verständnis auch ein »Heiliger« bin: ein getaufter Christ, der im Glauben mit dem heiligen Gott verbunden bin und durch ihn geheiligt und darum ein Heiliger bin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei haben die »Heiligen« in landläufigem Sinn in lutherischem Sinn durchaus ihren Platz: als Menschen, an deren Leben sich beobachten lässt, wie Gott mit seinen Leuten durch Dick und Dünn geht und sie auch durch Versagen und Scheitern hindurchführt und ihnen immer wieder neu Glauben schenkt. Und dabei sind mir die »Heiligen« besonders lieb, die so ähnlich sind wie ich: eben nicht perfekt und vollkommen, sondern immer wieder auch angefochten, auf Vergebung angewiesen &#8211; so menschlich eben und doch von Gott geliebt und gehalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und solche Heiligen gibt es in der Kirchengeschichte, aber auch in unsrer Zeit, Menschen, die sich in allem &#8211; im Guten wie im Schweren &#8211; Gott anvertrauen und sich von ihm getragen wissen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!« </strong>(Römer 1,7, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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