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	<title>Mai 2026 &#8211; Team Gott</title>
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		<title>»Kannst Du mir nicht mal das mit dieser Dreieinigkeit erklären …?«</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 15 Jahren spiele ich wieder in einer Rockband! Das macht riesigen Spaß, wir wollen nicht mehr berühmt werden und treten so gut wie nie auf. Aber einmal die Woche proben wir, wenn’s geht. Wir sind zu sechst. Zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Kontexten und in einer Altersspanne von 50 bis 70. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Seit 15 Jahren spiele ich wieder in einer Rockband! Das macht riesigen Spaß, wir wollen nicht mehr berühmt werden und treten so gut wie nie auf. Aber einmal die Woche proben wir, wenn’s geht. Wir sind zu sechst. Zwei Frauen und vier Männer aus ganz unterschiedlichen Kontexten und in einer Altersspanne von 50 bis 70. Da bin ich der Einzige, der hauptamtlich oder auch nur regelmäßig was mit christlichem Glauben oder Kirche zu tun hat. Und gerade, weil ich sonst immer mit Kirche und Glaube beschäftigt bin und beruflich eigentlich von Christenmenschen umgeben, tut mir die Gesellschaft unserer Band »Blues &amp; Gasoline« ziemlich gut. Zum einen, weil ich auf völlig andere Gedanken komme, wenn mich Dinge (vor allem Probleme) in Kirche und Hochschule besonders umtreiben. Zum andern aber auch, weil mich meine nichtkirchlichen Freundinnen und Freunde auch in Sachen Glauben immer wieder herausfordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So fragte mich eines Abends unser Schlagzeuger nach der Probe: »Sag mal, du bist doch Theologe?! Kannst du mir nicht mal das mit dieser Dreieinigkeit erklären?« Es war ein langer Abend, wir hatten ungefähr drei Stunden laut Musik gemacht und dabei nicht ganz eine Kiste Bier verbraucht. Das Einzige, was mir in dem Moment als Erklärung der Dreieinigkeit einfiel, war »Uff!« Denn ich wusste mit »Ein Wesen in drei Personen« oder »geboren, nicht geschaffen« oder der Frage, ob nun der Heilige Geist wirklich »vom Vater <em>und</em> vom Sohn« ausgeht, brauchte ich meinem Freund Peter nicht zu kommen. In dem Moment habe ich mich gedrückt und Peter »auf ein andermal« vertröstet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber die Frage hat mich seither nicht mehr losgelassen und ich bin ein richtiger Fan davon geworden, dass wir Christinnen und Christen zwar an <em>einen</em>, aber an einen <em>dreieinigen</em> Gott glauben. Da ist Gott, der Vater und Schöpfer, dem ich alles verdanke, nämlich mein Dasein und die Gemeinschaft mit anderen in dieser Welt. Da ist Jesus, der Sohn, dem ich alles verdanken, nämlich meine Erlösung, und »unerlöst« wüsste ich gar nicht, dass dieses Welt Gottes Schöpfung ist. Schließlich ist da der Heilige Geist, dem ich alles verdanke, nämlich meinen Glauben, ohne den ich weder Gott noch Jesus Christus wirklich kennen könnte. »Dreieinigkeit« heißt, dass Gott immer noch größer ist als unser Denken und unsere Bilder von ihm, ja sogar größer als unsere Theologie. Das finde ich tröstlich! Wenn ich Gott in ein System packen wollte, hätte ich ihn vielleicht klein gekriegt – aber er ist größer! Mindestens dreieinig!</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!«</strong> (2. Korinther 13,13 Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft) </p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Achim Behrens</em></p>
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		<title>Schatten</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/schatten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[In den letzten Tagen haben die Temperaturen ordentlich aufgedreht. Pro Tag gab es erfreulich viele Sonnenstunden. Und damit gewannen auch Schattenplätze an Bedeutung. Mittags länger in der prallen Sonne zu stehen, ist bei solchen Temperaturen nur schwer auszuhalten. Schatten ist dann Gold wert. »Schatten« begegnen in der Bibel tatsächlich in ganz unterschiedlicher Weise. Da kann [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">In den letzten Tagen haben die Temperaturen ordentlich aufgedreht. Pro Tag gab es erfreulich viele Sonnenstunden. Und damit gewannen auch Schattenplätze an Bedeutung. Mittags länger in der prallen Sonne zu stehen, ist bei solchen Temperaturen nur schwer auszuhalten. Schatten ist dann Gold wert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">»Schatten« begegnen in der Bibel tatsächlich in ganz unterschiedlicher Weise. Da kann in den Psalmen vom <strong>»Schatten deiner Flügel«</strong> (z.B. Psalm 36,8, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft) als einem Zufluchtsort die Rede sein. Und auf der anderen Seite gibt es die Vorstellung von den <strong>»Schatten des Todes«</strong> (Lukas 1,79), einem Ort, an dem man eher nicht sein möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber der Gedanke der »Schatten« begegnet auch noch an anderer Stelle, nämlich im Hebräerbrief, wenn es da heißt: <strong>»Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst.«</strong> (Hebräer 10,1). Hier ist also die Rede davon, dass manches im Gesetz des Mose schon angelegt ist, aber doch zugleich über sich hinausweist: auf Jesus Christus hin &#8211; wie ein Schatten, der zustande kommt, weil etwas anderes beleuchtet wird. Etwas ähnliches kommt im Englischen Wort »foreshadow« zum Ausdruck, im Deutschen vielleicht am ehesten zu übersetzen mit »ahnen lassen« oder »andeuten«. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei kann die Blickrichtung durchaus eine doppelte sein. Ohne etwas, was ihn wirft, gibt es keinen Schatten. Und gleichzeitig kann mir mit Blick auf den Schatten manchmal auch etwas auffallen, was mir bei der Ansicht etwa des schattenwerfenden Baums gar nicht in den Blick geraten ist, ein Vogel etwa, der sich im Geäst bewegt. Und je nachdem, wie ich sitze und wie die Schatten fallen, kann ich von bestimmten Gegenständen in meiner Nähe sogar nur den Schatten sehen und nicht das, was ihn erzeugt. Und doch weiß ich aufgrund des Schattens: Sie sind da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Glauben ist es in mancherlei Hinsicht ganz ähnlich. Gott kann ich nicht sehen, aber es gibt Schattenplätze, die er für mich bereithält, an denen ich ausruhen kann &#8211; nicht zuletzt im Gottesdienst. Indirekt kann ich &#8211; wie vom Schatten auf den entsprechenden Gegenstand &#8211; von manchem, was ich in dieser Welt wahrnehme, auf Gott schließen. Und wenn die Schatten des Todes näher rücken, darf ich gewiss sein: Diese wird Gott als Sonne des Lebens ausleuchten und dann alles Dunkel vertreiben.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock </em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Großzügig</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/grosszuegig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
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					<description><![CDATA[Mir ist im Laufe meines Christenlebens immer deutlicher geworden, dass es beim christlichen Handeln eben nicht um das Abarbeiten von Regeln geht, sondern um Haltungen, die aus der Verbindung mit Jesus Christus erwachsen. Natürlich gibt es auch klare Regeln, die für Christinnen und Christen gelten &#8211; etwa: Ich soll andere nicht bestehlen. Wenn ich also [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Mir ist im Laufe meines Christenlebens immer deutlicher geworden, dass es beim christlichen Handeln eben nicht um das Abarbeiten von Regeln geht, sondern um Haltungen, die aus der Verbindung mit Jesus Christus erwachsen. Natürlich gibt es auch klare Regeln, die für Christinnen und Christen gelten &#8211; etwa: Ich soll andere nicht bestehlen. Wenn ich also meinem Kollegen in einem unbeobachteten Moment 50 Euro aus dem Portemonnaie entwende, dann kann ich das schlecht damit begründen, dass meine »Haltung« als Christ des eben doch zulässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber es wird vielleicht eher umgekehrt ein Schuh draus, dass dann, wenn ich mich im Kleinklein verliere und mit umständlichen Erklärungen nachzuweisen versuche, dass ich ja doch richtig gehandelt habe, wahrscheinlich schon etwas verkehrt ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anschauliches Beispiel dafür sind, finde ich, die alttestamentlichen Weisungen für den Umgang mit dem eigenen Besitz, etwa mit den Ölbäumen und Weinbergen. Von einem Standpunkt aus, der vor allem auf das Einhalten von Rechten pocht, wäre die Sache ja einfach: Die Ölbäume in meinem Besitz gehören mir. Mein Weinberg ist meiner. Und im Sinn der Gewinnmaximierung hole ich alles raus, was nur rauszuholen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Bibel lesen wir aber anderes. Wenn der Ölbaum geschüttelt ist, dann lass es gut sein. Was dann noch übrig ist, sollen die Bedürftigen sich nehmen können. Wenn im Weinberg nach der Lese noch ein paar Reben nachreifen, dann lass sie den Armen. Hier ermuntert Gott uns zu einer Haltung der Großzügigkeit: Denk doch daran, dass es Zeiten gab, in denen du und deine Vorfahren selbst auf Unterstützung anderer angewiesen waren! Und jetzt verlier dich doch nicht im Kleinklein. Du merkst es doch kaum, ob du die Handvoll Oliven am Ende auch noch hast, für jemanden in Not dagegen kann es für die Versorgung eines Tages den Unterschied ausmachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wo wird das konkret für mich? &#8211; Vielleicht nach dem Abend im Biergarten: Wie gebe ich mein Trinkgeld &#8211; knauserig oder großzügig? Oder bei der Steuererklärung. Lege ich es noch darauf an, den letzten Cent erstattet zu bekommen oder lasse ich es an dieser oder jener Stelle auch einfach einmal gut sein &#8211; wohl wissend, dass der Staat auch mein Geld braucht, um den Aufgaben zur Erhaltung des Gemeinwesens gerecht zu werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei ist meine Erfahrung: Unabhängig davon, dass es Gottes guter Wille ist, dass wir so miteinander umgehen, fühlt sich Großzügigkeit auch viel besser an als Knauserigkeit und das Pochen auf das eigene Recht. Das Herz wird weit. Was ich habe, kann ich teilen. Gottes Güte, von der ich selbst lebe und der ich alles, was ich habe, verdanke, zieht durch mich hindurch weiter Kreise.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Wenn du deine Ölbäume geschüttelt hast, so sollst du nicht die Zweige absuchen; es soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen. Wenn du deinen Weinberg abgelesen hast, so sollst du nicht nachlesen; es soll dem Fremdling, der Waise und der Witwe zufallen. Denn du sollst daran denken, dass du Knecht in Ägyptenland gewesen bist.« </strong>(5. Mose 24,20–22, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Nistkasten</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/nistkasten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ich Vertretungsgottesdienste in den umliegenden Gemeinden übernehme, bin ich gerne rechtzeitig vor Ort. Dann bleibt mir die Gelegenheit, mich in die jeweiligen Verhältnisse vor Ort einzufinden, mit den anderen Beteiligten am Gottesdienst das Nötige abzusprechen und vielleicht auch sonst noch das eine oder andere Wort zu wechseln. Da kann es dann auch schon einmal [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich Vertretungsgottesdienste in den umliegenden Gemeinden übernehme, bin ich gerne rechtzeitig vor Ort. Dann bleibt mir die Gelegenheit, mich in die jeweiligen Verhältnisse vor Ort einzufinden, mit den anderen Beteiligten am Gottesdienst das Nötige abzusprechen und vielleicht auch sonst noch das eine oder andere Wort zu wechseln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da kann es dann auch schon einmal passieren, dass ich vor allen anderen vor Ort bin. So war es auch in den letzten Tagen. Ich war vom ersten Gottesdienstort gekommen und relativ zeitig an der zweiten Kirche eingetroffen. Die war noch abgeschlossen. Aber die Sonne schien und ich setzte mich hinter der Kirche auf eine Steinbank und genoss das Frühsommerwetter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei fiel mein Blick auf einen Nistkasten, der an der Rückseite des Altarraums der Kirche angebracht ist. Zunächst stutzte ich ein wenig, weil ich den Ort für die Aufhängung der Nisthilfe überraschend fand. Dann aber musste ich schmunzeln und ahnte, dass da jemand, der hier am Werk war, wahrscheinlich einfach seine Bibel gut kannte:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.«</strong> (Psalm 84,3f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gottesdienst einen Platz haben, an dem ich bei Gott heimisch werden kann. Einen Ort haben, wo ich &#8211; geschützt vor dem, was mich sonst umtreibt, belastet und beschwert &#8211; bei und vor Gott zur Ruhe kommen kann. Das kann ich von den Vögeln, die hier am Altarraum nisten, lernen. Danke für diese Predigt ohne Worte!</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Coverversion</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/coverversion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einigen Tagen ist Bob Dylan, wahrscheinlich einer der bedeutendsten Singer/Songwriter unserer Tage, 85 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstags wurde in einer Radiosendung Adele&#8217;s Coverversion seines Songs »Make You Feel My Love« gespielt, von der viele gar nicht wissen, dass dieses Lied von Dylan statt von Adele geschrieben worden ist, weil es in deren [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Vor einigen Tagen ist Bob Dylan, wahrscheinlich einer der bedeutendsten Singer/Songwriter unserer Tage, 85 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstags wurde in einer Radiosendung Adele&#8217;s Coverversion seines Songs »Make You Feel My Love« gespielt, von der viele gar nicht wissen, dass dieses Lied von Dylan statt von Adele geschrieben worden ist, weil es in deren Fassung knapp 1,4 Milliarden-mal gestreamt worden ist, in der Fassung von Dylan dagegen »nur« rd. 36 Millionen-mal. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun lässt sich bei wie bei jedem Coversong auch hier diskutieren, was die bessere Version ist, die widerständige und knarzigere Fassung von Dylan:</p>



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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Oder eben die harmonisch-eingängigere Version von Adele:</p>



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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie kam es nun zu diesem Cover? &#8211; In verschiedenen <a href="https://www.theguardian.com/music/2023/jan/31/make-you-feel-my-love-bob-dylan">Beiträgen</a> ist zu hören und zu lesen, dass Adele in diesem Song das ausgedrückt sah, was sie selbst in einer bestimmten Lebenssituation empfunden hat. Die Worte eines anderen fassten ihre eigene Gefühle besser zusammen, als sie das jedenfalls in diesem Moment selbst gekonnt hätte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich an die biblischen Lieder in den Psalmen denke, dann schaffe ich in meinem Beten ja auch immer wieder so etwas wie »Coverversionen«. Ich nehme diese alten Worte auf und mache sie zu meinen, weil sie manches besser in Worte fassen, als ich das selbst manchmal könnte. Ob meine »Version« am Ende »besser« oder »erfolgreicher« ist, spielt dabei glücklicherweise keine Rolle. Aber ich bin gewiss, dass meine Worte, ob frei formuliert oder als »Coverversion« zum Beispiel der Psalmen, bei dem auf offene Ohren stoßen, der alles getan hat, um mir mir zu zeigen, wie sehr er mich liebt, mich voller Gnade anschaut und mir hilft.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»HERR, gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast; erweise an uns deine Hilfe«</strong> (Psalm 106,4, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Reden und machen</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/reden-und-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
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		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei einer Wanderung im Rheingau stieß ich vor einigen Tagen auf diese Botschaft, die jemand &#8211; offenbar mit Mühe &#8211; auf einen Pfahl geschrieben hatte: »Rede mit Gott und mach was aus dir!« Mich hat diese Botschaft noch eine Weile begleitet. Was bringt einen (jungen?) Mann (die Botschaft war unterschrieben) dazu, so etwas an einen [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Wanderung im Rheingau stieß ich vor einigen Tagen auf diese Botschaft, die jemand &#8211; offenbar mit Mühe &#8211; auf einen Pfahl geschrieben hatte: »Rede mit Gott und mach was aus dir!«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mich hat diese Botschaft noch eine Weile begleitet. Was bringt einen (jungen?) Mann (die Botschaft war unterschrieben) dazu, so etwas an einen Pfahl zu schreiben? War es missionarischer Eifer? Wollte er sich selbst an etwas erinnern, was ihm wichtig geworden ist? Oder hat jemand diesen Spruch an den Pfahl geschrieben und mit einem Namen versehen, um sich über diese Person lustig zu machen? &#8211; Auch das wäre ja möglich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nehmen wir einmal an, dieser Satz ist dem Autor wichtig geworden und er hatte das Bedürfnis, ihn irgendwo zu »veröffentlichen«: Was war dabei eigentlich sein Anliegen? Liegt der Akzent auf dem ersten Satzteil? Geht es ihm darum, in einer gottvergessenen Welt ans Reden mit Gott zu erinnern? Oder setzt er das schon voraus und betont das Zweite: Dass ich auch dann, wenn ich mit Gott rede, immer noch meines eigenen Glückes Schmied bin, wie eine Redewendung sagt, und ich mich nicht einfach fromm zurücklehnen kann, weil Gott ja ohnehin alles für mich macht und ich keine Verantwortung mehr trage? Oder ist es eine Kombination aus beidem?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich an diesem guten Rat vom Pfahl etwas befremdet, sind die Imperative: Rede! Mach! &#8211; Und dabei fremdele ich vor allem mit dem Gedanken, etwas aus mir zu machen zu sollen oder gar zu müssen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Sehr bewusst weiß auch ich zu schätzen, dass wir in Zeiten leben, in denen ich in vielerlei Hinsicht das tun darf, was meinen Gaben und Neigungen entspricht. Und selbstverständlich ist es wunderbar, Verantwortung übernehmen und ausfüllen zu dürfen. Ist das schon mit dem »etwas aus mir machen« gemeint?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber im »mach was aus dir« schwingt ja doch auch mit, dass ich erst was aus mir machen muss, damit ich wer bin. Aber durch Gottes Liebe bin ich ja längst schon jemand: nämlich Gottes Kind &#8211; und ich muss nicht erst etwas aus mir machen. Dass ich trotzdem Verantwortung übernehmen darf und soll, bleibt davon ja unberührt. Und trotzdem klingt das »mach was aus dir« in meinem Ohren zu sehr nach Anspruch, dem ich leicht auch nicht gerecht werden kann, und zu wenig nach ermutigendem Zuspruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die auffordernde Ermunterung vom Pfahlschreiber, (in allen Lebenslagen) mit Gott zu reden, nehme ich aber trotzdem gerne mit (und entdecke darin das wieder, was sich auch im Jakobusbrief lesen lässt):</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Leidet jemand unter euch, der&nbsp;bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.« </strong>(Jakobus 5,13, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Brunnen</title>
		<link>https://team-gott.de/mai-2026/brunnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am kommenden Wochenende findet in Oberursel, der Stadt, in der ich lebe, wieder das sogenannte »Brunnenfest« statt. Es ist das große Stadtfest im Jahr. Neben kulturellen und kulinarischen Angeboten lebt das Fest von den Begegnungen, die in diesen Tagen möglich werden. Hier trifft man ziemlich sicher Leute, die man das Jahr über &#8211; oft unfreiwillig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am kommenden Wochenende findet in Oberursel, der Stadt, in der ich lebe, wieder das sogenannte »Brunnenfest« statt. Es ist <em>das</em> große Stadtfest im Jahr. Neben kulturellen und kulinarischen Angeboten lebt das Fest von den Begegnungen, die in diesen Tagen möglich werden. Hier trifft man ziemlich sicher Leute, die man das Jahr über &#8211; oft unfreiwillig &#8211; aus dem Blick verloren hat. Es ist Gelegenheit, sich wieder »auf Stand« zu bringen und sich Anteil zu geben an dem, was einen bewegt. Sogar Oberurseler, die es inzwischen anderswohin verschlagen hat, kehren für diese Tage gerne in die Stadt zurück. Ein Fest im Zeichen der Begegnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In anderen Ländern, in denen die Wasserversorgung nicht in derselben Weise ausgebaut ist wie in Deutschland und es zur täglichen Arbeit gehört, Wasser von einem zentralen Brunnen zu holen, lässt sich Ähnliches beobachten. Der Brunnen ist dort nicht nur Ort der Wasserbeschaffung, sondern auch der Begegnung und des Informationsaustauschs. Während ich warte, ist Zeit mit den anderen zu reden, die neuesten Neuigkeiten zu erfahren und mir vielleicht auch das eine oder andere von der Seele zu reden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der bekannteren Brunnengeschichten der Bibel ist die von Jesus und der Frau, die einander in Samarien begegnen, wie sie uns im Johannesevangelium überliefert wird. Auch hier tritt das eigentliche Wasserholen schnell in den Hintergrund. Und das Gespräch gewinnt an Bedeutung. In typisch johanneischer Weise dürfen allerhand Missverständnisse nicht fehlen: Wenn etwa Jesus von sich als Lebenswasser spricht und die Frau ihre Chance wittert, sich ihren täglichen Gang zum Brunnen ersparen zu können (vgl. Johannes 4,13–15). Dabei sind es ganz grundsätzliche Lebensfragen, die in diesem Gespräch am Brunnen ausgetauscht werden: Es geht um Durst und Leben, um Scheitern und Schuld, um Verletzungen, die damit verbunden gewesen sind, und um Hoffnung, dass sich das, was jetzt nicht gut ist, doch zum Besseren wenden möge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte endet auf eine kuriose Weise. Das Wasserholen am Brunnen tritt gegenüber dem Gespräch nicht nur in den Hintergrund, sondern verliert hier sogar gänzlich an Bedeutung: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!«</strong> (Johannes 4,28f., Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ist es diese Frau, die in der Gebrochenheit ihres Lebens eine Ahnung entwickelt, dass dieser Jesus aus Nazareth, der da vor ihr steht, der Messias sein könnte. Und sie teilt diese Ahnung mit anderen und sie nehmen sich ebenfalls die Zeit, auf Jesu Worte zu hören, &#8211; und so entsteht Glauben:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen. Und sie sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.«</strong> (Johannes 4,41f.).</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Zukunftsangst</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zu den Gefühlen, die unsere Zeit prägen, gehört die Zukunftsangst. Das Gefühl ist nicht neu. Schon in früheren Jahrhunderten wird ein Bauer, der seine Ernte aufgrund von Unwetter verloren hat, Zukunftsangst gehabt haben. Wie sollen wir über den Winter kommen? Woher das Getreide für die Saat im nächsten Jahr nehmen? Und Chronisten der jüngeren Geschichte [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Zu den Gefühlen, die unsere Zeit prägen, gehört die Zukunftsangst. Das Gefühl ist nicht neu. Schon in früheren Jahrhunderten wird ein Bauer, der seine Ernte aufgrund von Unwetter verloren hat, Zukunftsangst gehabt haben. Wie sollen wir über den Winter kommen? Woher das Getreide für die Saat im nächsten Jahr nehmen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Chronisten der jüngeren Geschichte beschreiben etwa die 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts, also die Zeit meiner Kindheit, als ein »<a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/jens-balzer-ueber-die-1980er-jahre-in-erwartung-der-100.html">Jahrzehnt der Angst</a>«. Irgendwie alles nichts neues also, dass viele Menschen mit Sorgen und Angst auf das schauen, was da kommen mag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was neu ist, ist vielleicht, dass unsere Ängste durch die Reflexionen in den medialen Echokammern unserer Zeit, vor allem im weltweiten Netz, unendlich vervielfacht zu uns zurückschallen. So entsteht das Gefühl der Dauerpräsenz und der Unentrinnbarkeit dieser Ängste und dessen, was sie auslöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun gibt es manch guten Grund dafür, nicht überoptimistisch in die Zukunft zu schauen. An vielen Ecken und Enden der Welt warten riesige Herausforderungen auf uns als Menschheitsfamilie. Und die Veränderungsprozesse, die wir in Gesellschaft und Kirche erleben, sind zum Teil so rasant und tiefgreifend, dass tatsächlich auch nicht in jedem Fall aus menschlicher Perspektive absehbar ist, ob das alles zu einem guten Ende führen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In solchen Momenten erlebe ich in besonderer Weise die Gebrochenheit dieser Welt und meines eigenen Lebens. Es sind die Folgen dessen, was die Bibel Sünde nennt. Es gelingt uns nicht, das Leben, das Miteinander und die Welt so zu gestalten, dass es zu einem fairen Ausgleich der Interessen und dessen kommt, was jeweils gut und nötig ist. Die Welt und diejenigen, die auf ihr Leben, sind auch nicht einfach umfassend gut. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und in aller Angst verbirgt sich dann auch mein Kleinglaube, vielleicht sogar auch immer wieder mein Unglaube, dass ich insgeheim schon mit der Option abgeschlossen habe, dass Gott tatsächlich noch einmal grundsätzlich eingreifen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso wichtiger, mich von Gott selbst immer wieder daran erinnern zu lassen, dass meine Fixierung auf meine eigenen Unmöglichkeiten und die meiner Zeit und Welt ungesund ist &#8211; für mich und meinen Glauben. Es ist gut und es tut mir gut, mich in allem, was mir das Herz schwer macht, an Worte zu erinnern, mit denen Gott schon in früheren Zeiten die getröstet hat, die für sich und die Ihren keine Zukunft sahen &#8211; etwa mit Blick auf das Exil in Babylon, als Menschen ihre Heimat verloren hatten und keine Perspektive mehr für ihr Leben und das Leben ihrer Nachkommen hatten. Und mittenrein in alle Zukunftsangst spricht Gott:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»[&#8230;] es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der HERR: Deine Kinder sollen wieder in ihre Heimat kommen«</strong> (Jeremia 31,17, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Worte, die die Starre durchbrechen. Worte, die Mut machen. Worte, an denen ich mich festhalten kann. Worte, die mich halten.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Duftuhr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus Christus]]></category>
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					<description><![CDATA[Neulich bin ich auf das für mich bislang noch unbekannte Phänomen von »Duftuhren« gestoßen. In einem Duftmuseum in Holzminden etwa wird derzeit eine solche Uhr ausgestellt und in Betrieb genommen. Dabei ist das keine ganz neue Idee eines innovativen Künstlers, sondern schon in früheren Zeiten gab es Versuche, mit Feuer und Räucherwerk die Zeit zu [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Neulich bin ich auf das für mich bislang noch unbekannte Phänomen von »Duftuhren« gestoßen. In einem Duftmuseum in Holzminden etwa wird derzeit eine solche Uhr <a href="https://www.ndr.de/kultur/zeit-zum-riechen-duftuhr-im-sensoria-holzminden-ausgestellt,duftuhr-102.html">ausgestellt</a> und in Betrieb genommen. Dabei ist das keine ganz neue Idee eines innovativen Künstlers, sondern schon in früheren Zeiten gab es Versuche, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Feueruhr">mit Feuer und Räucherwerk die Zeit zu messen</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Uhrentyp fasziniert mich, dass hier ein anderes Zeitverständnis entsteht. Prägend für unsere Zeitvorstellung, insbesondere mit Blick auf unsere Lebenszeit, ist ja die Sanduhr. In das obere Glas ist eine für uns nicht genau übersehbare Menge an Sandkörnern eingefüllt, und diese rinnen nun ins untere Glas, bis irgendwann aller Sand unten angekommen ist und unsere Lebenszeit abgelaufen ist. Dadurch entsteht der Eindruck: Am Anfang unserer Tage ist noch Leben in Fülle da und danach wird es immer weniger. Vergehende Zeit wird so zu einer permanenten Defiziterfahrung. Zeit läuft ab, wird knapp, ist nicht mehr, wie sie früher einmal war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Duftuhren setzen einen anderen Akzent. Hier kann ich mich darauf freuen, dass die Zeit vergeht, weil die neue Stunde eine neue Sinneserfahrung in mein Leben bringt. Vergehende Zeit ist hier kein Manko, sondern eine Bereicherung meines Lebens. Mein Leben füllt sich mit einem neuen Duft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die biblische Sprache und Vorstellungswelt kennt natürlich auch die Phänomene von Werden und Vergehen im Leben, aber eben auch die Vorstellung von der Zeit, die erfüllt wird. Es ist eben nicht nur die Zeit, die abläuft, sondern eben auch die Zeit, die erfüllt ist, ihr Ziel erreicht hat und nun etwas Neues, Gutes bringt, etwa wenn Jesus zu Beginn seiner Verkündigung sagt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen.«</strong> (Markus 1,15, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was für ein heilsamer Blickwechsel, die Zeit auch einmal so zu sehen und zu verstehen: Dass sie nicht nur knapper wird und davonrennt, sondern sich füllt und das Reich Gottes mit sich bringt.</p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Christoph Barnbrock</em></p>
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		<title>Gremienarbeit</title>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2026 01:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mai 2026]]></category>
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		<category><![CDATA[Heiliger Geist]]></category>
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		<category><![CDATA[Mission]]></category>
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					<description><![CDATA[In meiner persönlichen Bibellese war gerade das 1. Kapitel der Apostelgeschichte dran. Die Situation, die dort beschrieben wird, ist folgende: Jesus war gestorben und ist auferstanden, die Jünger sind maximal verwirrt und erstaunt und auch froh, aber vor allem noch ziemlich verwirrt. Es ist klar, dass eine Veränderung ins Haus steht: Wie soll man jetzt [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">In meiner persönlichen Bibellese war gerade das 1. Kapitel der Apostelgeschichte dran. Die Situation, die dort beschrieben wird, ist folgende: Jesus war gestorben und ist auferstanden, die Jünger sind maximal verwirrt und erstaunt und auch froh, aber vor allem noch ziemlich verwirrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist klar, dass eine Veränderung ins Haus steht: Wie soll man jetzt weitermachen ohne dass Jesus physisch anwesend ist? Wie geht das jetzt mit der Mission und der Bewegung weiter? Fragen über Fragen werden die Jünger beschäftigt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was machen sie zuerst? Gremienarbeit! Herrlich! Wie wir in Kirche und Gemeinde <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />! Sie gucken in ihre Geschäftsordnung und stellen fest, dass ja ein Platz in ihrem Gremium vakant ist, der 12. Jünger ist ihnen dramatisch und tragisch abhandengekommen. Also muss nachbesetzt werden. Sie konsultieren die Verfahrensordnung und machen eine <em>short list</em>: Matthias und Justus. Sie beten und hoffen auf eine gute Entscheidung. Am Ende werfen sie das Los, das scheint ein faires, unparteiisches Verfahren und es wird – Matthias!</p>



<p class="wp-block-paragraph">So, jetzt kann es weitergehen, das nächste Großereignis kommt, das wissen die Jünger zu diesem Zeitpunkt noch nicht: Es kommt Pfingsten und damit wird für die Mission vieles klarer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich musste schmunzeln, als ich das Kapitel las. Auch wir sind manchmal so ordentlich in unseren Verfahren verhaftet und arbeiten alles formal ab. Hoffentlich übersehen wir nicht das ganze Große, hoffentlich heben wir rechtzeitig den Kopf, wenn Pfingsten kommt! Geschäftsordnungen und formale Verfahren haben ja zwei Seiten: sie helfen uns, zu Ordnungen zu kommen und Strukturen zu schaffen und manchmal, die Kehrseite, zwängen sie uns auch ein. Und es ist nicht immer einfach, zu erkennen, wann die Strukturen uns und der Sache dienen und wann wir den Strukturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und diese Unterscheidung zu treffen, ist immer wieder unsere Aufgabe. Dazu helfe uns der Heilige Geist, den wir bitten können, der uns auch leitet und dem wir vertrauen können. Auch das ist die Zusage aus der Apostelgeschichte:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.« (Apostelgeschichte 1,8, Lutherbibel 2017, © Dt. Bibelgesellschaft).</strong></p>



<p class="has-text-align-right wp-block-paragraph"><em>Silja Joneleit-Oesch</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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